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Der Schweizer Hypothekarmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: Pensionskassen haben ihr Hypothekarvolumen innert zehn Jahren von rund CHF 14 Mrd. auf CHF 34 Mrd. ausgebaut und damit die Versicherungen als zweitgrösste Anbietergruppe im Schweizer Hypothekarmarkt abgelöst. Für Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer ist diese Entwicklung eine gute Nachricht. Denn je mehr Finanzierungspartner am Markt aktiv sind, desto grösser sind die Chancen, eine Hypothek zu finden, die optimal zur eigenen Situation passt.
Pensionskassen verwalten die Vorsorgegelder ihrer Versicherten und investieren diese möglichst langfristig. Dabei suchen sie Anlagen, die stabile und planbare Erträge erwirtschaften und gleichzeitig ein überschaubares Risiko aufweisen. Hypotheken erfüllen diese Anforderungen ideal. Sie sind durch Immobilien abgesichert und liefern über viele Jahre regelmässige Zinserträge. Anders als Banken müssen sich Pensionskassen zudem nicht laufend über Spargelder oder den Kapitalmarkt refinanzieren und unterliegen weniger strengen regulatorischen Vorschriften. Dadurch können sie insbesondere bei klassischen Eigenheimfinanzierungen häufig sehr attraktive Konditionen anbieten. Dafür müssen sie bei den Anlagen vermehrt auf Fälligkeiten achten und Umschichtungsrichtlinien berücksichtigen, was zur Folge haben kann, dass nicht immer Kapital für die Hypothekarvergabe zur Verfügung steht. Entsprechend kann sich eine Pensionskasse auch mal kurzzeitig vom Markt zurückziehen.
Pensionskassen sind nicht automatisch die beste Wahl für jede Finanzierung. Viele Vorsorgeinstitute konzentrieren sich bewusst auf selbstbewohntes Wohneigentum mit einer soliden Tragbarkeit und eher tiefen Belehnungen. Häufig finanzieren sie maximal zwei Drittel des Immobilienwerts. Weniger Appetit verspüren sie bei Renditeliegenschaften, Objekten mit Gewerbeanteil oder sehr komplexen Finanzierungen. Dafür honorieren zahlreiche Pensionskassen energieeffiziente Gebäude oder Immobilien mit nachhaltiger Heiztechnik. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, hat oftmals gute Chancen auf attraktive Finanzierungskonditionen.
Selbstbewohntes Wohneigentum
Hypothekarnehmende mit solider Tragbarkeit
Tiefe bis mittlere Belehnung der Immobilie
Langfristige Finanzierungen
Energieeffiziente Immobilien
Renditeliegenschaften
Spezialobjekte oder Immobilien mit Gewerbeanteil
Sehr hohe Belehnung der Immobilie
Komplexe Finanzierungsstrukturen
Der Schweizer Hypothekarmarkt ist vielfältiger geworden. Banken, Versicherungen und Pensionskassen verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle und beurteilen Finanzierungen teilweise nach unterschiedlichen Kriterien. Dadurch kann dieselbe Hypothek bei verschiedenen Anbietern unterschiedlich bewertet werden – sowohl hinsichtlich der Konditionen als auch der Finanzierbarkeit. Hinzu kommt, dass viele Pensionskassen ihre Hypotheken kaum aktiv bewerben oder diese nur den eigenen Versicherten beziehungsweise über spezialisierte Hypothekarvermittler anbieten. Wer sich deshalb ausschliesslich auf seine Hausbank verlässt, berücksichtigt oft nur einen kleinen Teil des Marktes. Ein breiter Marktvergleich erhöht nicht nur die Chance auf einen attraktiven Zinssatz. Er hilft auch dabei, genau den Finanzierungspartner zu finden, dessen Anlagestrategie und Finanzierungskriterien optimal zur eigenen Situation passen. Gerade bei Standard-Finanzierungen lohnt es sich, den Blick über die Hausbank hinaus zu richten und eine Konkurrenzofferte von Pensionskassen einzuholen.